Stand: 1 /2019

Was hat sich bei den Themenschwerpunkten der Initiative Cité Foch e.V. inzwischen getan ?

 

1. Die Neubauten an der AvChdeGaulle 7 - 9 und 10 – 14 können an das Frisch- und Abwassernetz angeschlossen werden

Nach längeren Verhandlungen zwischen Investor, BIMA und Bezirk konnte im 2. Halbjahr 2018 die Frage des von der BIMA zunächst verweigerten Anschlusses der Neubauten an die Frisch- und Abwasserleitungen geklärt werden. Diese hatte zwischenzeitlich zu einem fast eineinhalb Jahre dauernden Baustillstand bei dem ETW-Neubaukomplex nördlich der AvChdeGaulle geführt. Jetzt scheint es hier aber weiter zu gehen: Die dort geplanten Eigentumswohnungen werden seit kurzem zum Verkauf angeboten -  unter dem  eigentümlichen Quartiersnamen 'Fleur de Berlin' , der wohl der heute unvermeidlichen und z.T. ans Peinliche grenzenden Prosa der Bauentwickler- und -vermarkter geschuldet ist. Die Fertigstellung des ETW-Komplexes ist jetzt für den Sommer 2021 geplant.

 

2. Der Verkauf der Cité Foch: Weiterhin eine ‚Unendliche Geschichte‘

Die BIMA hatte die Ende 2015 mit einem 'Letter of Intent' medienwirksam aufgenommenen Verkaufsverhandlungen mit dem Berliner Senat über die Cité Foch im September 2017 wieder für beendet erklärt. Begründung: Der Berliner Senat sei nicht in der Lage, eine verbindliche Planung für eine am öffentlichen Wohl orientierte Nutzung der Cité  Foch - insbesondere der noch nicht nicht bebauten 'Potentialflächen' - vorzulegen, die es der BIMA erlaubt hätte, beim Verkaufspreis Zugeständnisse zu machen.

Danach dümpelte die Frage, was mit der Cité Foch geschehen solle, wieder im trägen Kielwasser des BIMA-Tankers, bis die BIMA dann im 2. Halbjahr 2018 erneut einen 'alten Hut' aus ihrem Vorrat zeitgewinnender Scheinaktivitäten hervorhholte: Den Verbleib der Cité Foch im BIMA-Portefolio sowie die Vermietung der Bestandsbauten und die weitere Bebauung der 'Potentialflächen in eigener Regie. Diese 'Strategie'  hatte allerdings schon einmal im Jahre 2008 die Runde gemacht, und die ICF hatte  im Jahr 2014 unter Verweis auf ein BIMA-Interview mit der BZ aus dem Jahr 2008 dazu folgendes bemerkt:

" Auch wenn sich die BIMA selbst als ein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten handelndes Unternehmen sieht, so ist sie in Struktur, Arbeitsweise und politischer Abhängigkeit eher eine Behörde geblieben.  Wie viele Behörden scheint sie inzwischen ein Eigenleben entwickelt zu haben, das auf Selbsterhalt abzielt. Dafür gibt es zumindest bei den von ihr verwalteten Mietimmobilien seit längerem Anzeichen – also auch für die in Ziff. 3 c) genannten Mietimmobilien in der Cité Foch.

(siehe: http://www.berliner-zeitung.de/archiv/im-vergangenen-jahr-wurden-immobilien-fuer-137-millionen-euro-versilbert--jetzt-wird-die-strategie-der-privatisierung-geaendert-bund-will-keine-wohnsiedlungen-mehr-verkaufen,10810590,10532146.html )."

Damit hat die BIMA auch 25 Jahre nach Übergabe der Cité Foch an den Bund anscheinend immer noch kein Konzept für die weitere Nutzung oder Vermarktung der Cité Foch vorzuweisen. Vorschläge, wie ein solches Konzept aussehen könnte, hat es in der Vergangenheit immer wieder gegeben, so bereits im Jahr 2012 auch von der Initiative Cité Foch (s. ICF-Schreiben an den damaligen BIMA-Präsidenten vom 21.10.12), und es gibt auch jetzt noch genügend Interessenten, die im Rahmen eines solchen Konzepts Wohnraum errichten würden.

Die Neubauten an der AvChdeGaulle, die ohne den oben beschriebenen Schildbürgerstreich bei den Frisch- und Abwasserleitungen binnen 3 - 4 Jahren bezugsfertig gewesen wären, und deren Fertigstellung sich deswegen jetzt um 1 - 2 Jahre verzögern wird, beweist einmal mehr, dass die Berliner Wohnungs-(Bau-) misere wohl kaum durch die öffentliche Hand oder deren scheinautonome Ableger gelöst werden kann, seien dies nun der Bund oder das Land  Berlin.

Es ist somit zu befürchten, dass die Cité Foch bei Andauern der gegenwärtigen Umstände weiterhin im Limbo verharren wird !

 

3. Alles in Verzug: Bebauungsplan, Städtebaulicher Vertrag BIMA - Bezirk/Senat

Der seit 2008 verabschiedungsreife Bebauungsplan für die Cité Foch ist weiterhin nicht in Kraft, obwohl dies seit 2010 wiederholt als 'zeitnah' angekündigt wurde. Es trifft also weiterhin zu, was die ICF bereits am 21.10.2014 (mit Aktualisierungen) als 'Hannemann-Spring-Du-Voran-Spiel' bezeichnet hatte: Bezirk und Senat halten die Verabschiedung des Bebauungsplans zurück, weil sie die BIMA im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags zu Vorleistungen und Selbstverpflichtungen veranlassen wollen, die diese nicht erbringen will und die ihrerseits deshalb auf Zeit spielt. Was hier auf der Strecke bleibt, ist zusätzlicher Wohnraum für bis zu 3.500 Menschen - und nirgendwo ist eine politische Instanz erkennbar, die diesem Skandal ein Ende bereiten könnte oder wollte. (Fairer Weise muss jedoch gesagt werden, dass auf der Verwaltungsebene jenseits dieses Possenspiels wiederholt pragmatische Lösungen für einzelne Bauvorhaben gefunden wurden, so bei den Neubauten an der AvChdeGaulle und der Rue Racine.)

 

4. Leerstand und Verfall der AvChdeGaulle Nr. 15

Trotz wiederholter Vorstöße seitens der Politik ist dieses jetzt dem Berliner Immobilienmanagement (BIM) unterstehende Wohngebäude unverändert dem Verfall und Vandalismus preisgegeben. Inzwischen sind die Eingangstür und weitere Fensterscheiben eingeschlagen worden, und die Außenanlagen verkommen zunehmend. Zuletzt hatte der Abgeordnete Zeelen (CDU) Anfang 2018 hierzu eine Anfrage im Abgeordnetenhaus gestellt, die von der zuständigen Verwaltung mit dem Hinweis auf hohe Sanierungskosten (1,5 Mio.) und mit der Auskunft, das Gebäude solle 'zeitnah' saniert und dann einer senatseigenen Wohnungsgesellschaft zur Vermietung übergeben werden, beantwortet worden war. Mit anderen Worten: Die Angelegenheit wurde auch hier erneut  'zeitnah' auf die lange Bank geschoben. 

 

5. Aus der Traum: Das Schwimmbad wird abgerissen und durch Wohungsneubauten ersetzt

Wie der Wittenauer Bezirksverordnete Björn Wohlert (CDU) von der BIMA erfuhr, soll das ehemalige Schwimmbad nicht mehr reaktiviert werden, da weder die BIMA noch die Berliner Bäderbetriebe von einem wirtschaftlichen Betrieb überzeugt sind. Auf der Fläche sollen ebenfalls neue Wohnungen entstehen, und das Schwimmbad soll deshalb im nächsten Jahr abgerissen werden.

Die Begründung, ein wirtschaftlicher Betrieb des Schwimmbads sei nicht möglich und es müsse deshalb abgerissen werden, ist allerdings wenig überzeugend, denn in ganz Berlin dürfte es kein öffentliches Schwimmbad geben, dass wirtschaftlich betrieben werden kann, d.h. zumindest kostendeckend arbeitet. Ausschlaggebend für diese Entscheidung dürfte vielmehr die Aussicht auf eine weitere, mit Wohnhäusern bebaubare ‚Potentialfläche‘ gewesen sein.

 

6. Der nächste Schandfleck in der Cité Foch: Das ehemalige BND-Gebäude

Nachdem sich Ende 2015 nach langer Zeit der Untätigkeit von Bezirk, Senat und BIMA in Sachen Cité Foch endlich ein Lichtblick abgezeichnet hatte scheinen diese jetzt wieder in ihren früheren 'default mode' zurück gefallen zu sein: Bestehende 'Schandflecken' (Schwimmbad) verkommen weiter vor sich hin und neue entstehen - wie das ehemalige Collège Voltaire an der Rue Racine, sowie die ehemalige Gendarmerie und das ehemalige BND-Gebäude an der Rue Montesquieu.

Bei letzterem wurde wiederholt die Eingangstür auf der Südseite aufgebrochen, ein Teil der Mauer auf der Nordseite herausgerissen  und seit kurzem bietet eine an der Rue Montesquieu aus der Betonmauer herausgebrochene Platte freien Zugang zu dem Grundstück (s. www.initiative-cite-foch.de – Eintrag vom 2.1.19). ( Beide Mauerdurchbrüche sind inzwischen notdürftig wieder verschlossen worden.)

Hier droht jetzt das zu entstehen, was das ehemalige französiche Einkaufs- und Gemeindezentrum an der AvChdeGaulle vor seinem Abriss war: Ort hemmungslosen Vandalismus', risikolose Graffiti-Übungsfläche, Event- und Partylocation für Abenteuer suchende Jugendliche und alternative Videofilmer aus ganz Berlin, Gelegenheit zum Metalldiebstahl (insbes. Kupferkabel), sowie Unterschlupf für Obdachlose aus Ost- und Südosteuropa.
Bezirk, Senat und BIMA kann das alles anscheinend nicht erschüttern. Sie scheinen sich wieder in ihrem seit Jahren gepflegten 'Hannemann-Spring-Du-Voran'- Modus eingerichetet zu haben, bei dem immer der jeweils andere zuständig oder verantwortlich ist. So zeigt sich auch am Beispiel der Cité Foch im Bezirk Reinickendorf, was Verwaltungsexperten schon früher als 'organisierte Unzuständigkeit und Verantwortungslosigkeit' mit Bezug auf die Berliner Verwaltung insgesamt festgestellt hatten.


7. Das Grundstück des ehemaligen Collège Voltaire wurde für Schulneubau reserviert

Nachdem die ursprüngliche Zusage des Senats, dass die Montessori-Schule das ehemalige Collège Voltaire übernehmen kann, Mitte 2017 wieder aufgehoben worden war, hatte sich der Bezirk Reinickendorf darum bemüht, das Grundstück des Collège Voltaire als Schulstandort für den Neubau einer Grundschule mit Sporthalle zu behalten. Dies wurde inzwischen vom Senat zugesagt und die erforderlichen Mittel sollen als Maßnahme der Berliner Schulbauoffensive für die Investitionsplanung 2018 bis 2022 nachgemeldet werden.

Da inzwischen auch im ehemaligen Collège Voltaire erste Anzeichen von Vandalismus und Einbrüchen feststellbar sind, die bereits die Nachbarschaft belasten, bleibt nur die Hoffnung, dass diese Planung zügig umgesetzt wird – eine Hoffnung die sich angesichts der sonst üblichen Realisierungsfristen von Bauvorhaben in der Cité Foch jedoch wieder einmal als trügerisch herausstellen könnte.

 

8. Das Nachbarschaftsforum 'nebenan.de' wird rege genutzt

Dieses Forum, das von der ICF auf Anregung einer Nachbarin aus der Cité Foch für den Bereich 'Waidmannslust-Süd' angestoßen worden war, (s. Eintrag v. 25.1.18) ist inzwischen mit mehr als 200 aktiven Teilnehmer*innen recht erfolgreich angelaufen. Rege Kommunikation findet auch über die Bereichsgrenzen hinweg mit der Tegeler Nachbarschaft statt, die inzwischen fast 1500 aktive Teilnehmer*innen erfasst.

 

9. Das Projekt 'Die Cité Foch - Perspektive 2025 macht Fortschritte

Auf ihrer Jahresmitgliederversammlung am 27.4.2018 stellte die Initiative Cité Foch e.V. unter TOP 4 das Projekt ‚ Die Cité Foch – Perspektive 2025 ‘ vor und kündigte an, dieses Projekt unter weitgehender Beteiligung der Cité-Foch-Bewohner*innen weiter zu verfolgen. Seitdem fanden folgende Projektaktivitäten statt

-> Ideensammlung zum Projektziel 'Die Cité Foch soll wieder ein attraktives Wohnviertel werden (s. anhängendes pdf.Dokument)
-> Zusammenarbeit mit dem
BANA-Studienprogramm der TU-Berlin – Schwerpunkt Stadtentwicklung und gesellschaftliches Zusammenleben, dessen Studierende die Cité Foch als Modellprojekt ihres viersemestrigen Weiterbildungsstudiums ausgewählt haben.

(Einzelheiten siehe unsere Webseite - Bitte hier klicken !)

 

10. Und zum Schluss: Zeichen und Wunder

Seit längerem hier ansässige Cité-Foch-Bewohner*innen werden sich erinnern, dass eines der ersten Anliegen der ICF nach ihrer Gründung im Jahr 2012 die Verbesserung der Straßenbeleuchtung in der Cité Foch war, wobei das Hauptaugenmerk auf der gänzlich ausgefallenen Straßenbeleuchtung in der Rue Lamartine lag. Das Wunder ist 6 Jahre danach geschehen: Seit kurzem wird die Rue Lamartine mit Einbruch der Dunkelheit wieder strahlend hell beleuchtet. Von einem Wunder muss deshalb gesprochen werden, weil auf frühere Anfragen bei der BIMA und der Hausverwaltung Reiser hin stets auf die technische Unmöglichkeit einer Wiederherstellung der ursprünglich vorhandenen Straßenbeleuchtung verwiesen worden war.

Danke allen Beteiligten für diese wahrhaft 'zeitnahe' Lösung des Problems !

 

Besucher seit Einrichtung der Webseite WWW.initiative-cite-foch.de

Hausmeister

Herr Wittwer

0151 68979244

(für CitÉ foch und Cité Pasteur)

Hausverwaltung Reiser

030-9832172-0 oder info-berlin@reiser.de

Ordnungsamt Reinickendorf

Zentrale Vermittlung

Tel.: 90294-2933

Bei Ordnungswidrigkeien während der Geschäftszeiten

Polizei Reinickendorf:

Tel.: 4664112-700 und -701

Für die Cité Foch zuständiger Kontaktbereichsbeamter:

Polizeikommissar C. Walczuch

 

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